Vier Tonnen am Kranhaken: Unser neues MRT ist eingezogen
Ein Autokran vor dem Haus, die Zufahrt abgesperrt, und am Haken ein rosa eingeschweißtes Paket von rund vier Tonnen. So ist unser neuer Kernspintomograph in die Praxis gekommen. Durch die Eingangstür passt ein MRT nicht, also ging es über die Bäume.
Angekommen: der Sattelzug mit dem neuen MRT, im Hintergrund der aufgebaute Autokran.
Vier Stunden für ein paar Meter
Ein MRT lässt sich nicht zerlegen und auch nicht über eine Treppe schieben. Der Kran hob den Magneten vom Lastwagen, schwenkte ihn über die Baumkronen und setzte ihn direkt am Eingang der Hochfrequenzkabine ab, so heißt der Untersuchungsraum im Fachjargon. Vier Stunden hat das gedauert. Spektakulär sieht es aus, sicher ist es trotzdem: Jeder andere Weg ins Gebäude wäre für das Gerät riskanter gewesen.
Blick aus dem Obergeschoss: der Magnet hängt am Haken.
Über die Baumkronen zum Untersuchungsraum.
Einige aus dem Team haben an diesem Morgen ihre Handys gezückt. Die Bilder auf dieser Seite sind das Ergebnis.
Positioniert haben den Magneten zwei Mechaniker, die ausschließlich MRT-Systeme einbauen und dafür aus Griechenland eingeflogen wurden. Der letzte Meter ist Handarbeit und endet im Millimeterbereich.
Zielgenau vor die Öffnung in der Außenwand.
Auf Schienen in den Untersuchungsraum.
Warum der Raum ein Kupferkäfig ist
Die Antennen eines MRT reagieren auf sehr schwache Signale. Mobilfunk, Radio oder WLAN würden die Aufnahmen verrauschen und damit für die Diagnostik unbrauchbar machen. Deshalb ist der Untersuchungsraum mit Kupfer ausgekleidet und wirkt wie ein Faraday’scher Käfig. Eisenplatten halten umgekehrt die Hochfrequenzimpulse des Magneten im Raum, damit sie draußen keine anderen Geräte stören. Ohne diesen Umbau hätte das neue System gar nicht einziehen können.
Was das neue Gerät kann
Das System kommt von Siemens Healthineers und arbeitet mit einer Magnetfeldstärke von 1,5 Tesla. Für unsere Patientinnen und Patienten zählt vor allem eins: Die Untersuchungszeit verkürzt sich erheblich. Wer unter Platzangst leidet, liegt also deutlich kürzer in der Röhre. Und weil die Aufnahmen schneller fertig sind, bleibt mehr Zeit für das Aufklärungsgespräch vorher und die Besprechung der Befunde danach.
Bei der Nachbearbeitung der Bilder hilft eine integrierte KI-Funktion. Diagnostisch eröffnet das neue Gerät dadurch zusätzliche Möglichkeiten.
Mit dem neuen System erreichen wir in wesentlich kürzerer Zeit brillante Ergebnisse.
Dr. Volker Storz, Radiologe und Leiter des MVZ für Radiologie Ottobrunn
Ein Argument bei der Auswahl war außerdem die Technik im Hintergrund. Der Energieverbrauch liegt bei gleicher Leistung rund 25 Prozent niedriger als bisher. Gekühlt wird mit etwa eineinhalb Litern Helium in einem geschlossenen Kreislauf, und selbst bei einem längeren Stromausfall lässt sich das Gas auffangen und weiterverwenden. Bei einem so knappen Rohstoff ist das ein ernstes Kriterium.
Wie es weitergeht
Seit Anfang September wird unser Team am neuen Gerät eingewiesen. Für die ersten Untersuchungen bestellen wir dazu gezielt Probandinnen und Probanden ein. Termine bekommen Sie wie gewohnt unter +49 89 66 59 09 0 oder online über unser Terminportal.
Damit stehen in unserem Versorgungszentrum weiterhin zwei MRT-Geräte. Die Nachfrage ist hoch.
Danke an alle, die den Einbau möglich gemacht haben. Und an unsere Nachbarn für die Geduld an einem Tag mit Kran vor der Tür.
Pressestimme: Über den Einhub berichtete auch der Münchner Merkur: „Schwergewicht am Haken: Vier Tonnen schweres MRT schwebt per Kran in Ottobrunner Radiologie“ (merkur.de, 4. September 2026).





